Abtei St. Marienthal

Die Abtei St. Marienthal ist das älteste und östlichste Kloster unserer Kongregation. Gegründet 1234 liegt es direkt an der Grenze zu Polen an der Neiße - und hat neben den Stürmen der Zeit auch schon so manches Hochwasser überlebt.

Kloster St. Marienthal (lat. Abbatia Vallis B.M.V.

ist das älteste durchgehend bestehende Zisterzienserinnenkloster in Deutschland. 

Es ist südlich von Ostritz, direkt an der Neiße, gelegen. 

Laut Überlieferung gründete Königin Kunigunde das Kloster am 14. Oktober 1234. Die entsprechende Urkunde belegt jedoch lediglich die Schenkung des Dorfes Seifersdorf an den bereits bestehenden Konvent. Die ursprüngliche Gründungsinitiative könnte von den Burggrafen von Dohna ausgegangen sein. Später haben die Přemysliden das Kloster in ihre eigene Herrschaftspolitik eingebunden. 

1235 wurde St. Marienthal dem Zisterzienser-Orden inkorporiert und dessen böhmischer Provinz zugewiesen. 

Bis zur Auflösung des Klosters Altzella (1542) hatte der Abt von Altzella das Amt des Visitators inne. 

Die Abtei erwarb umfangreichen Grundbesitz. 1238 erhielt sie die Niedere Gerichtsbarkeit, 1346 die Hohe Gerichtsbarkeit. 

1427 zerstörten die Hussiten die Abtei. Bis 1457 lebte der Konvent in seinem Haus in Görlitz, bis die Gebäude in Marienthal wiederhergestellt waren. 

Drei große Brände schädigten das Kloster in den Jahren 1515, 1542 und 1683. Danach begann der barocke Wiederaufbau des Klosters und der Einrichtung einer kleinen bedeutungsvollen Saalbibliothek im Jahre 1752. 

1707 flohen die Schwestern im Nordischen Krieg nach Böhmen. 

In der Reformation hielt St. Marienthal, trotz innerer und äußerer Anfechtungen, am katholischen Glauben fest. Seither übernahmen Äbte der Böhmischen Ordensprovinz das Amt des Visitators. 

Der Prager Frieden von 1635 sicherte dem Kloster die Rechte und Freiheiten auch unter der neuen, nun sächsischen Herrschaft. 

1838 gründete das Kloster ein Waisenhaus und eine Schule, die 1938 zwangsweise schließen musste. 

Von Marienthal aus wurde 1901 das Kloster Porta Coeli in Mähren wiedergegründet. 

Seit 1955 ist das Kloster Träger einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. 

Das Internationale Begegnungszentrum wird 1992 errichtet. 

2010 erlebte St. Marienthal sein schlimmstes Hochwasser. Die Sanierungen wurden zum großen Teil vom Freistaat Sachsen finanziert. 

TS/JL