Abtei Seligenthal
Die Zisterzienserinnenabtei Seligenthal im bayrischen Landshut ist das südlichste, neueste und gleichzeitig älteste Mitglied unserer Kongregation. 1232 von Ludmilla, der Witwe des bayerischen Herzogs Ludwig des Kelheimers gegründet, diente die Klosterkirche von Seligenthal als Begräbnisstätte für die Herzöge der Wittelsbacher.
Kloster Seligenthal (lat. Abbatia B.M.V. Felicis Vallis)
wurde im Jahr 1232 von Ludmilla, der Witwe des bayerischen Herzogs Ludwig des Kelheimers, in der niederbayerischen Stadt Landshut gegründet. Die ersten Schwestern stammten aus dem Kloster Trebnitz, und schon früh diente die Klosterkirche als Begräbnisstätte für die Herzöge der Wittelsbacher.
1236 wurde das Kloster Seligenthal der Zisterzienserabtei Kaisheim unterstellt und 1245/46 endgültig in den Zisterzienserorden inkorporiert. Bereits 1260 war die Gemeinschaft auf rund 70 Schwestern angewachsen und man gründete ein Skriptorium. In den folgenden Jahrhunderten genoss das Kloster die Gunst der bayerischen Herrscher und erlebte Zeiten des Aufblühens, aber auch der Bedrohung.
Im 15. und 16. Jahrhundert stand das Kloster mehrfach vor dem Aus. Innere und äußere Konflikte schwächten die Abtei, doch durch Hilfe aus anderen Klöstern (1555 Kloster Koenigsbruck und in den 1570er Jahren Kloster Niederschönfeld) konnte Seligenthal gerettet werden. Ab dem 17. Jahrhundert stabilisierte sich die Gemeinschaft. Während des Dreißigjährigen Krieges mussten die Schwestern jedoch mehrmals fliehen, um den Verwüstungen durch schwedische Truppen zu entgehen. Nach ihrer Rückkehr fand das Kloster wieder zu neuer Blüte.
Die Zeit der Aufklärung brachte neue Herausforderungen. 1766 wurde die Zahl der Schwestern auf 50 begrenzt, und jede Neuaufnahme bedurfte der Zustimmung des Kurfürsten. 1803 wurde Seligenthal im Zuge der Säkularisation aufgelöst, doch die Schwestern durften weiter im Kloster leben. Als 1835, auf Anordnung von König Ludwig I., das Kloster wieder Kandidatinnen aufnehmen durfte, waren noch fünf Schwestern in Seligenthal. Der König stellte die Bedingung, dass sich die Schwestern der Erziehung der weiblichen Jugend Landshuts annehmen - eine Tradition, die das Kloster bis heute prägt.
Im Laufe der Jahre gingen mehrere Tochtergründungen von Seligenthal aus: 1863 das Kloster Waldsassen, 1955 das Kloster Marienkron, 1979 das Kloster Ave Maria in La Paz und 1999 das Kloster Helfta.
PK